Tauffeier mit ritueller Salbung und im fließenden Gewässer

Eine Tauffeier zweier Schulkinder mit ritueller Salbung und schließlich in einem lebendigen kleinen Flüsschen hat die Gemeinde der Dachauer Friedenskirche am 18. August 2019 miterleben und mitfeiern dürfen.

 

 

 

Die Salbung als ein besonderes Segnungsritual in Gottesdienst und Seelsorge wird derzeit in der evangelischen Kirche neu entdeckt. Nach evangelischem Verständnis tritt eine Salbung aber nicht – wie in der römisch-katholischen Liturgie – als weiteres Sakrament an die Seite von Taufe und Abendmahl. Nein, sie ist eine das Gebet begleitende, intensive Form des Segnens. Dabei wird das Heil Gottes für einzelne Gläubige nicht nur erbeten, sondern ihnen auch zugesprochen und in einer wohltuenden Geste fühlbar zugewendet. Die rituelle Salbung mit Öl wird empfunden als ein Segnen, das „unter die Haut“ geht.

 

 

 

 

Um das Sakrament ihrer Taufe hatten zwei Schulmädchen gebeten. Nun muss eine Taufe nicht unbedingt in einem Gotteshaus vollzogen werden. Der Taufort soll aber zur Taufhandlung in einem Bezug stehen. Möglich ist hierfür etwa ein Fluss, der lebendiges, Leben spendendes Wasser mit sich führt und das reinigende Taufgeschehen erlebbar macht. Das Kneipp-Naturbad im Ascherbach auf dem idyllischen Moorbadgelände unweit der Friedenskirche erwies sich als der passende Ort. Bedeutsam ist, dass der Ort ein Ort der Erinnerung für die Getauften werden kann. Zu einem Punkt, der den Anfang des Weges mit Gott angibt. Zu einem Platz, an den man immer zurückkehren und wo sich die Getauften ihrer Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Christen und Christinnen vergewissern können.

 

 

 

  D.R.